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Eine Nacht im Wald zelten? Dieses Abenteuer kann man im Pfälzer Wald ganz legal erleben. Im Naturpark Pfälzer Wald hat er Verein Südliche Weinstrasse 7 Trekking-Camps an abgelegenen Stellen angelegt. Dort findet man eine Feuerstelle eine Toilette und Platz für ein paar wenig Zelte. Mehr Infos findet ihr unter www.trekking-pfalz.de

 

Auch wir wollten mit Fenja die Trekking-Camps ausprobieren und planten eine 3-tägige Tour. Los ging es in Hauenstein am Bahnhof Mitte wo wir unser Auto parkten. Von dort sind es nur wenige Meter bis man auf den Wanderweg Schusterpfad trifft, diesem folgten wir nach Süden um Hauenstein herum. Der Schusterpfad bietet immer wieder tolle Aussichten auf Hauenstein und Umgebung.

Der Hühnerstein war dann unser letzer Felsen auf dem Schusterpfad bevor wir dann Richtung Darstein auf dem Wanderweg roter Punkt weitergingen. Den ganzen Weg über trafen wir fast niemanden was sehr angenehm war.

Der Wandweg „roter Punkt“ sollte uns direkt zur Ruine Lindelbrunn und damit zum ersten Trekking-Camp führen. Hunger und schwindende Wasservorräte ließen uns dann erstmal in Schwanheim einen Zwischenstopp machen. Dort hatte glücklicherweise noch der Metzger geöffnet (alle anderen Läden/Gasstätten hatten schon zu) und wir konnten Chicken-Wings kaufen und unser Wasser auffüllen.

Das Wasserproblem sollte uns auch die nächsten Tage noch begleiten – die Pfalz ist ein sehr trockenes Gebiet. Am Parkplatz der Ruine Lindelbrunn angekommen mussten wir dann der von Trekking-Pfalz zugemailten Beschreibung bis zum Zeltplatz folgen. Schnell hatten wir den Platz gefunden und konnten unsere Zelte aufbauen. Eine Familie und ein weiterer Trekker hatten sich schon um das Lagerfeuer gekümmert. Den Abend verbrachten wir dann gemeinsam um das Feuer bis jeder schließlich todmüde in sein Zelt kroch. Fenja konnte es gar nicht glauben das wir jetzt wirlich hier schlafen sollten und wäre lieber noch durch den nächtlichen Wald gestreunt, mit ein paar Leckerlies konnte ich sie aber dann doch bestechen mit in das Zelt zu kommen. Die Nacht war bis auf das gelegentliche Rufen eines Waldkauzes – sehr ruhig.

Der 1. Tag aus Fenjas Sicht:

Erstmal war ganz lange Autofahren – wie langweilig. Endlich angekommen hat mir Frauchen erstmal meinen Rucksack aufgeschnallt und dann sind wir gleich durch den Wald einen Berg hoch – da habe ich bereits die ersten Eidechsen entdeckt – nur der Abgrund hielt mich davon ab hinterherzurennen. Später kamen wir an einer Wiese vorbei da waren schrecklich große gefleckte Tiere – eins hat ganz laut „Muuuuuhh“ gemacht da hab ich vorsichtshalber gebellt – wir sind dann auch schnell weitergerannt und es gab noch mehr Eidechsen zum jagen. Einmal ist Herrchen in einem Haus verschwunden – das Haus hat sooo lecker gerochen und ich durfte nicht mit da gingen noch mehr Menschen hinein und raus kamen sie mit lecker nach Wurst durftenden Tüten – leider haben sie alle meinem treuen Bettelblick wiederstanden. Ein paar gejagte Eidechsen später standen wir in einem Wald wo schon ein paar Leute waren die mich streichelten. Mein Rudelleute banden mich an einen Baum – (wie blöd) und wurden auf einmal ganz hektisch – räumten Sachen herum und holten riesige Stofffetzen und Stangen aus ihren Rucksäcken. Gottseidank nahmen sie mich dann mit zum Feuer – dort roch es schon lecker nach Essen und ich setzte mich mit hungerndem Blick vor jeden der etwas zu essen hatte. Da mir niemand etwas gab musste ich die Reste ausgraben die nette Menschen um die Feuerstelle vergraben hatten. Das hat dem Frauchen gar nicht gefallen. Es war jetzt auch schon ganz finster als plötzlich jemand durch die Dunkelheit auf uns zukam. Der Wind stand ungünstig so das ich nicht gleich wittern konnte wer es ist – also vorsichtshalber mal böse geknurrt und gebellt.(Es war dann doch jemand nettes) Dann meinte mein Rudel wir sollten hier übernachten – ich bot mich an unseren schlafplatz zu bewachen in dem ich Nachts durch den Wald patrollierte. Damit war Frauchen nicht einverstanden. Ich stellte mich trotzdem mal stur und blieb vor dem Stoffsack stehen in dem ich reinsollte. Dann holte Frauchen wie erhofft Leckerlies hervor und ich erklärte mich bereit auf meiner Decke zu schlafen. Die Nacht war dann eher langweilig und ich träumte von der großen Jagd.

Am zweiten Tag wollten wir der Wegbeschreibung von Trekking-Pfalz folgen und zu Platz 3 wandern. Diese bieten auf Ihrer Seite Routenvorschläge von Camp zu Camp an. Die ersten Kilometer gingen recht einfach. Wir durchwanderten den Ort Stein wo es auch einen riesigen Stein zu bewundern gab und liefen durch ein beschauliches Tal. Da wir erst spät gestartet waren war es schon Mittag als wir in Waldrohrbach ankamen – dort entdeckten wir eine Pizzeria wo es superleckere Risenpizzen gibt.

Danach schleppten wir uns mit unseren vollen Mägen eher weiter rauf zur Ruine Madenburg – der Weg besteht aus einer breiten Schotterstraße mit scharfkantigen Steinen was für Fenja ziemlich unangenehm an den Pfoten war. Auf der Madenburg wird man dann mit einer spektakulären Aussicht auf die Weinberge belohnt.

Der Weg Richtung Leinsweiler war sehr schön schattig und ruhig und am Ende steht man dann plötzlich inmitten der Weinberge.

Durch Leinsweiler hindurch vorbei am Slevogthof ging es steil bergauf zur Ruine Neukastell. Fenja war wieder fit und rannte vorraus – von oben hatte man dann wieder eine schöne Aussicht.

Nach dem Abstieg von Neukastell mussten wir unseren Platz für die zweite Nacht finden. Auch hier half die Wegbeschreibung problemlos weiter und wir benötigten kein GPS. Dieser Platz liegt in einem Tal hinter einer Wiese. Schon auf dem Weg dorthin bemerkte Fenja begeistert einige Rehe – diese Nacht würde sicherlich nicht so ruhig werden. Am Trekking-Platz angekommen waren wir die einzigen. Also erstmal Zelte aufgebaut, Feuerholz gesammelt und das Feuer in gang gebracht. Da wir fast kein Wasser hatten musste Tobias noch einmal in der Dämmerung zu einer 2 km entfernten Quelle laufen während ich mit Fenja das Feuer bewachte. Auf dem Rückweg hatte er dann einige Rehe aufgescheucht diese rannten dann nur ein paar Metern von den Zelten entfernt in der Dunkelheit vorbei – Fenja wäre da natürlich am liebsten hinterher. Für das Abendessen hatten wir uns die Pizzareste vom Mittag eingepackt – diese erwärmten wir auf heißen Steinen im Lagerfeuer. Die Pizza wurde dadurch knusprig und nochmal richtig lecker!! Die Nacht war wie befürchtet nicht so ruhig wie die erste – bei jedem rascheln wollte Fenja am liebsten aus dem Zelt ausbrechen nachschauen und der nahe Steinbruch erzeugte ein für uns nervtötendes Geräusch.

Der 2. Tag. aus Fenjas Sicht:

Ich konnte es gar nicht glauben aber ich habe wirklich im Wald geschlafen – wie toll – man kann gleich nach dem aufstehen auf Stöckchen und Essensreste suche gehen. Nach einem leckeren Frühstück ging die Gassitour los – während mein Rudel nach ein paar Meter schon wieder stehen blieben um an einem plätscher-Wasser herumzuspielen traf ich zwei nette Hundejungs. Danach ging es richtig weiter! Der Weg war toll – ich badete in einem Teich und rannte über eine Wiese. Gegen Mittag bekamen meine Rudelleute endlich wieder Hunger. Ich hatte Glück denn der Pizzabäcker hatte extragroße Pizzen hergestellt und weil Frauchen ja nie so viel schafft durfte ich ihr essen helfen. Danach war ich ganz schön satt (für 5 Minuten) und wir mussten einen langen steilen Berg mit lauter spitzen Steinen hochlaufen. Ich bin dann mal testweise extra langsam gelaufen in der Hoffnung getragen zu werden – leider hat das nicht funktioniert. Nach einem Mittagsschläfchen und einer kurzen Eidechsenjagd wanderten wir weiter und es ging über tolle Wege rauf und runter. Am Abend standen wir dann wieder in einem Wald und ich musste „Platz und Bleib“ machen während mein Rudel die „Zelte“ aufschlugen und das heiße Feuer anmachten. Herrchen ging dann mal weg und ich habe Frauchen bewacht. Plötzlich raschelte das Laub und ein herrlicher Rehduft wehte in meine Nase. Es waren 5 Stück zwei ältere und 3 junge – sie liefen nur wenige Meter an mir vorbei ich wollte schon los aber da war diese blöde Leine um meinen Hals. Die Rehe hüpften weiter und ich konnte nur sehensüchtig in ihre Richtung riechen. Nachts machte ich fast kein Auge zu – auf der nahen Wiese hoppelten einige Hasen und aßen sich satt. Dann kamen die Rehe zurück und auch ein Fuchs lief vorbei und ich war in diesem blöden Zelt eingesperrt – auch wurde es immer kälter – so eine kurze Hetzjagd hätte mich jetzt prima erwärmt. Frauch nahm dann meine Decke und wickelte mich darin ein – wenn sie das macht werde ich immer ganz müde- da muss ich eingeschlafen sein.

Der dritte Tag war dann nur noch ein halber Wandertag. Hier konnten wir dem Wandervorschlag von Platz 3 zu 4 folgen. Es ging durch eine wunderschöne felsenreiche Landschaft über einen Höhenweg vorbei an Ruine Scharfenberg, Anebos und Burg Trifels (hier hätten wir uns den Aufstieg sparen können – Hunde dürfen nicht mit in die Burg).

Von Burg Trifels konnten wir dann schon unser Ziel den Ort Annweiler am Trifels sehen.

Nach einem Mittagessen am Kiosk der Burg Trifels ging es abwärts nach Annweiler am Trifels von wo aus wir dann auch mit der Bahn zurück nach Hauenstein fuhren.

Der 3. Tag aus Fenjas Sicht:

Der letzte Tag ist schnell erzählt. Nach dem aufwachen habe ich erstmal unser Lager kontrolliert in welche Richtung die Rehe von der Nacht gerannt sind – dann musste ich Stöckchen für das Feuer sammeln. Wir gingen wieder los über einen weicher Waldweg und dann musste ich über viele große Steine klettern – das macht Spaß. Es gab wieder mehr Menschenspuren und auch ein paar Eidechsen. Wir kamen an ein Haus mit Stühlen und Tischen davor und mein Rudel lies sich erschöpft nieder. Zu essen gab es dann knusprigeKartoffelstücke und Wurst – (für mich nur Kartoffelstücke) Mehr oder weniger gesättigt ging es Bergab in einen Ort. Dort wollte mich ein großer weißer Vogel angreifen nur weil ich mich in seinem Teich abkühlen wollte. Mein Frauchen zog mich dann weiter zu einem Bach der war auch ok. Gleich danach musste ich in eines dieser Riesenautos einsteigen – dort konnte ich dann auch ein erstes Nickerchen halten. Das Riesenauto muss dann unserer Spur zurückgefolgt sein denn als wir ausstiegen stand mein Auto da und nach einer längeren langweiligen Fahrt waren wir wieder im vertrauten Revier.

 

2 Reaktionen zu “Pfälzer Wald Trekking”

  1. am 04 Apr 2012 um 20:19arJan

    Schöner, netter Reisebericht !!

  2. am 04 Nov 2017 um 00:34Ingo Stentzler

    Hallo Fenja,

    freut mich, dass Du mit Frauchen und Herrchen im Pfälzerwald unterwegs warst. Das ist aber schon lange her! Euer Bericht hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht willst Du mal wieder mit Frauchen und Herrchen eine Trekkingtour bei uns machen? Sie können sich über die Trekkingplätze auf meiner Seite informieren und eine schöne neue Tour mit Dir planen.

    http://www.trekkingplatz.de/trekkingplaetze

    Gut (Trekking-)Pfad,

    Euer Ingo

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